Reisebericht zur Region Kars / Ani

Der Name “Kars” soll nach türkischen Quellen von den Karsaken, einem türkischem Volksstamm, der im 2. Jahrhundert v.Chr. im Kaukasus siedelte, stammen.

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in Kars Seite 2
Anfahrt 
nach Ani
Rundgang 
durch Ani
Ani
Erlöserkirche
Ani Moschee
und Kathedrale
Gregor-Kirche
d. T. Honentz
Abschluß des
Rundgangs

Für die meisten Reisenden ist die Stadt nur Zwischen- und Übernachtungsstation für den Besuch in Ani. J. Freely schreibt in seinem Türkeiführer “Kars ist eine nichts sagende Stadt ..., beherrscht von einer mittelalterlichen Festung auf einer Anhöhe im Norden (S. 450). Und ihm ist zuzustimmen, wenn als Maßstab für die Bewertung originäre historische Monumente zugrunde gelegt werden. Der Charme von Kars liegt in der Begegnung mit seinen Einwohnern und den Spuren seiner langen Geschichte.

Wir erreichten die Stadt von Rize am Schwarzen Meer kommend am späten Nachmittag eines trüben Regentages und hatten das Glück, dass unser kleiner Regionalbus den alten Busbahnhof im Stadtzentrum anfuhr. Die großen Busse der Fernlinien beenden ihre Fahrt einige Kilometer außerhalb der Stadt im neu erbauten Otogar. Ins Stadtzentrum gelangt man von dort mit dem Taxi (ca. 15 DM) oder einem Dolmus (ca. 2 DM),
Eine Unterkunft zu finden, war kein Problem. Es gibt zahlreiche

Blick auf die Steinerne Brücke, erbaut 1579 und nach einem Erdbeben 1719 erneuert.
Die Burg wurde von Abbas I. (928-952), der Kars zur armenischen Hauptstadt machte, angelegt. 1579 wurde sie nach der Zerstörung 1386 durch die Mongolen auf Geheiß des Sultans Murat III. neu errichtet. Erneuerungen und Erweiterungsbauten erfolgten dann noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

kleine Hotels  - z. T. mit Duschgelegenheit und Toilette nur auf den einzelnen Etagen -, in denen die Übernachtung schon für etwa 20 DM im Doppelzimmer möglich ist. Und wer höherer Ansprüche stellt, findet auch gut ausgestattete 3-Sterne-Hotels mit moderner Einrichtung und umfassendem Service. Grundsätzlich gilt auch in Kars für die Zimmersuche, dass man nicht das erste Preisangebot akzeptieren sollte.

Gegenüber unserem ersten Besuch in Kars vor 12 Jahren ist die Einrichtung einer Fußgängerzone im Stadtzentrum

Stadtansicht mit Blick auf die Steinerne Brücke
 von der Burg aus gesehen

unübersehbar. Sie erhöht die Lebensqualität, da auch in dieser Region der Autoverkehr immer mehr zunimmt. Und so macht es noch mehr Spaß, sich die Angebote der kleinen Geschäfte anzusehen, die ihr Warenangebot im wesentlichen immer noch auf den Bedarf der örtlichen Bevölkerung ausgerichtet haben. Das wirkt sich natürlich auch auf die Breite der für Touristen interessanten Angebote aus (eine Ausnahme bilden die Teppichgeschäfte).

V 2-2 10/01

Beim Rundgang durch die Stadt finden sich noch Spuren aus den Zeiten der russischen Herrschaft über dieses Gebiet. Während des Krimkrieges eroberten sie 1855 nach mehr als füfmonatigem Widerstand durch türkische und britische Soldaten die Stadt. 1877 wurde die Stadt dann ein weiteres Mal erobert und die Region in das russische Staatsgebiet

integriert. Als 1920 Verbände der türkischen Nationalarmee die Stadt zurückgewinnen konnten, schlossen sich dem Rückzug der Militärs auch die meisten der ansässigen Armenier an. Ein - zumindest bei unserem ersten Besuch - noch sehenswertes Bauwerk aus dieser Zeit ist die Ruine der ehemaligen russischen Kathedrale. Leider wird sie in keinem mir bekannten Führer erwähnt - erfragen Sie deshalb in der Stadt den Weg, sie liegt nicht weit vom Zentrum entfernt.

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